Meine Erfahrungen mit der Visanne – Klappe, die Zweite

Mein Gesicht übersät mit Pickeln als Nebenwirkung der Visanne.

In den letzten Wochen hat sich aber einfach schon wieder so viel bei mir getan, dass ich auch schon wieder einen neuen Beitrag über meine neuen Erfahrungen mit der Visanne schreiben kann…

Mein Gesicht übersät mit Pickeln als Nebenwirkung der Visanne.

Ach, die Visanne und ich. Noch nicht einmal ganz einen Monat ist es erst her, dass ich den Beitrag zu meinen ersten Erfahrungen mit der Visanne geschrieben habe. Ich empfehle euch hiermit übrigens kurz, den Beitrag vor diesem hier zu lesen, das macht vieles denke ich verständlicher. Jetzt hat sich also alleine in den letzten vier Wochen aber so viel getan, dass ich schon wieder genug für einen neuen Beitrag über meine Erfahrungen mit der Visanne zusammen habe. Irgendwie wundert mich das auch gar nicht so sehr, denn Hormone brauchen erwiesenermaßen ja wirklich einige Zeit, bis sich der Körper daran gewöhnt. Ich nehme an, dass deshalb so viel noch passiert ist in den letzten Wochen.

Schlechte Haut

Beginnen wir also erstmal bei dem Altbekannten: meiner schlimmen Haut. Die bekam ich ziemlich schnell nachdem ich mit der Visanne gestartet habe und ich fürchte, die ganzen Pickel werden mich auch weiterhin begleiten. Immer wieder hab ich Tage, da schau ich morgens in den Spiegel und freu mich, weil ich eine Besserung sehe. Ich hoffe schließlich immer noch, dass das doch vielleicht wieder weggeht. Aber meistens ist mein Gesicht spätestens zwei Tage nachdem ich diesen Gedanken hatte von neuen Pickeln übersäht. Am schlimmsten übrigens meine rechte untere Gesichtshälfte. Wieso da? Das wüsste ich auch gerne, aber dort ist eigentlich immer irgendwas. 

Zu der schlechten Haut in meinem Gesicht gesellt sich übrigens seit neuestem auch mein Rücken dazu. Als wäre ein mit Pickeln übersätes Gesicht mit fast 25 nicht schon schlimm genug… und ganz ehrlich, so schlimm hat mein Rücken das letzte Mal nicht mal in der Pubertät ausgesehen. Aber sehen wir es mal positiv, es ist Winter, zumindest meinen Rücken sieht zurzeit sowieso niemand. Außerdem ist das jetzt auch erst neu dazu gekommen. Deshalb hoffe ich ganz dolle, dass es möglicherweise auch einfach wieder bald weg geht.

Ich gebe mir übrigens echt Mühe, mich nicht viel zu Schminken, um mein Gesicht nicht schlimmer zu machen. Ich versuche auch, mich davon abzuhalten, daran rumzudrücken oder mir zu oft ins Gesicht zu fassen. Mit neuen Pflegeprodukten gehe ich aber noch nicht dagegen vor, das trau ich mich irgendwie nicht. Aber sollte es wirklich so bleiben weiterhin, werde ich da wohl mal auf die Suche gehen und nochmal meine Ärztin befragen, ob es irgendwas gibt, was sowohl meinem Gesicht als auch meinem Rücken vielleicht wenigstens ein bisschen hilft. Falls ihr da einen Tipp oder Rat für mich habt, lasst es mich gerne wissen – ich bin für alles dankbar!

Vier Kilo in einer Woche?

Kommen wir zu einer weiteren schönen Sache, von der ich dachte, dass ich davon verschont bliebe: Wassereinlagerungen. Als ich begonnen habe, die Visanne zu nehmen, habe ich mich noch jede Woche gewogen, um zu kontrollieren, ob ich davon jetzt zunehme. Nachdem sich aber viele Wochen lang rein gar nichts an meinem Gewicht verändert hat, habe ich damit aufgehört. Vor kurzem wurde ich dann zum Fotoshooting von femitale eingeladen und musste dort meine Maße angeben. Gesagt, gemessen, getan. Eine Woche später dann habe ich mich, aus welchem Grund auch immer, nochmal gemessen und bin aus allen Wolken gefallen: Bei beiden Zahlen sind mehrere Zentimeter dazu gekommen. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich erstmal in absolute Panik verfallen bin.

Der Weg auf die Waage am nächsten Morgen bestätigt meine Angst: Satte vier Kilo mehr stehen da. Vier Kilo in einer Woche. Mir war nicht klar, dass sowas überhaupt möglich sein kann. Philip erklärt mir, dass sich eigentlich nur Wasser so schnell einlagern kann. Na toll, denk ich mir, und mach mir große Sorgen darum, dass es noch mehr wird. Mein Shooting seh ich quasi schon ins Wasser fallen, weil ich einfach zu dick für meine geplante Größe bin.

Zusammen mit Philip habe ich dann überlegt, meinen Körper mit Ernährung dabei zu unterstützen, das Wasser wieder loszuwerden. Ich verzichte für die nächsten Tage erstmal möglichst auf Kohlenhydrate, ernähre mich noch gesünder als sonst, achte zur Abwechslung auch mal auf meine Kalorien und bewege mich sehr viel. Erstaunlicherweise sind die Kilos, so schnell sie auch gekommen sind, auch genauso so schnell wieder fast komplett verschwunden. Ob meine Bemühungen dazu einen Beitrag geleistet haben? Keine Ahnung, ganz ehrlich. Ich weiß nur, dass zumindest drei Kilo nach etwas mehr als einer Woche schon wieder runter waren und darüber bin ich mehr als glücklich! Meine Maße stimmen jetzt auch wieder, ich sollte also auch in meine geplante Größe passen und dem Shooting sollte nichts mehr im Weg stehen – Glück gehabt! 

Wo kommt das Blut her?

Ein Erlebnis, das mich doch bis jetzt noch sehr verunsichert, kam nach der Geschichte mit dem Gewicht dann aber noch dazu: Ich bin eines Abends auf Toilette gegangen und da war auf einmal ein bisschen Blut. Wirklich nur ganz wenig, aber das hatte ich in den letzten Wochen nicht einmal. Schmierblutungen können aber eine Nebenwirkung der Visanne sein, das hab ich extra nochmal in der Packungsbeilage nachgeschaut. Ich krame also erstmal meine Tampons wieder raus, die ich in die hinterletzte Ecke verbannt habe, weil ich ja dachte, das ich die nicht mehr brauchen würde. 

Am nächsten Tag ist da noch immer Blut. Nicht viel, aber es ist da, ganz eindeutig. Ich beobachte das weiter, führt ja auch kein Weg dran vorbei. Die leichte Blutung hält noch zwei weitere Tage an, insgesamt also vier Tage, in denen da ein bisschen Blut war. Wo das jetzt herkommt, weiß ich auch nicht so richtig. Eigentlich sollte das ja gerade nicht passieren, tut es aber eben doch. Am fünften Tag dann hat es aber wieder aufgehört, als wäre nie was gewesen. Komisch, denk ich mir. Nehme mir aber vor, meine Frauenärztin darüber zu informieren. Nicht sofort, aber wenn ich das nächste Mal dort anrufe.

Und die Schmerzen?

Das Ganze verlief übrigens komplett schmerzfrei, was mir auch irgendwie seltsam vorkam. Das war für mich ja etwas ganz Neues, aber natürlich auch was sehr Gutes. Aber das hätte ich vielleicht nicht denken sollen, denn am Tag, als die Blutung aufgehört hat, haben mich meine bekannten Krämpfe abends fast aus den Socken gehauen. Die hab ich jetzt echt nicht erwartet, hatte ich sie ja nun auch schon sehr lange nicht mehr. Das interessante dabei: Kein Blut mehr, weit und breit kein Tropfen. Auch am nächsten Abend habe ich wieder diese Krämpfe, die ich schon aus den Jahren vor meiner Diagnose kenne. Diesmal aber wieder mit ein wenig Blut dazu. Ich verstehe überhaupt nicht mehr, was hier eigentlich los ist gerade. Ich kann mir darauf keinen Reim machen, gehe aber irgendwie davon aus, dass die Visanne da ganz wild mitmischt. 

Mich verunsichert das aber sehr, vor allem mit dem Wissen, dass auch meine Endometriose ja irgendwie schon wieder wächst. Es ist jetzt aber vorbei, hat einfach wieder aufgehört, aber irgendwie sollte es ja so nicht sein. Am Ende bleibt mir wahrscheinlich auch nicht wirklich viel anderes übrig, als bei meiner Ärztin anzurufen und das zu besprechen. Das werde ich auch tun, aber erst nach meinem Geburtstag Mitte Februar denk ich. Mal sehen, was dabei dann wieder rauskommt – es bleibt wie üblich spannend bei mir.

Die ganzen Kleinigkeiten

Schon im letzten Beitrag hab ich noch von ein paar kleineren Nebenwirkungen erzählt, die ich nicht so dramatisch finde und auch nicht direkt der Visanne zuschreiben will: Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Die Rückenschmerzen und die Abgeschlagenheit sind auch immer noch da, ich will sie aber auch noch immer nicht der Visanne in die Schuhe schieben. Die ständigen Kopfschmerzen sind aber glücklicherweise verschwunden. Ob die jetzt von der Visanne kamen oder nicht, kann ich aber auch nicht sagen. Vielleicht war es auch einfach das Wetter?

Es kommt aber zumindest noch eine Sache dazu, bei der ich mir aber ebenfalls nicht ganz sicher bin, ob das wirklich von der Visanne kommt – es erscheint mir aber im Bereich des Möglichen. Dabei geht es übrigens wieder um meine Haare. Beim letzten Mal hab ich noch davon berichtet, dass sie mir erst ausgefallen sind, das aber aufgehört hat. Glücklicherweise ist das auch so geblieben, allerdings sind die mittlerweile unglaublich fettig.

Früher habe ich meine Haare ungefähr zweimal die Woche nur gewaschen, das war kein Problem, kein fettiger Ansatz, nichts. Heute sehen meine Haare nach weniger als 24 Stunden schon aus, als hätte ich meinen Kopf den ganzen Tag in eine Fritteuse gehängt. Da hilft auch kein Trockenshampoo mehr und ich kann das Gefühl einfach nicht haben. Ich wasch jetzt also fast jeden Tag Haare, aber ganz ehrlich, es gibt Schlimmeres. Darüber mach ich mir jetzt echt nicht die größten Gedanken, da sind andere Dinge deutlich präsenter.

Was ist eigentlich diese Zafrilla?

Zum Abschluss noch kurz eine Sache, die gar nicht so richtig was mit Nebenwirkungen zu tun hat, aber eben auch mit Erfahrungen rund um die Visanne. Als ich Anfang Januar bei meiner Ärztin war, hab ich mir gleich das neue Rezept für die Visanne geben lassen. So ziemlich direkt nach dem Termin bin ich dann auch vorbildlich in die Apotheke getigert, um die Visanne und noch ein paar andere Medikamente abzuholen. Die mussten dort alles bestellen, ich bekam den Abholschein in die Hand gedrückt und ging meiner Wege.

Eigentlich war mein Plan dann, dass Philip das ganze Zeug auf dem Rückweg von der Arbeit einfach mitbringt. Als ich ihm dann aber den Abholschein in die Hand drücken wollte, ist mir zufällig aufgefallen, dass dort nicht Visanne draufsteht, sondern Zafrilla. Hä? Haben die da was falsch eingegeben? Keiner hat mir was gesagt in der Apotheke, ich hab das echt nur durch Zufall gesehen. 

Meine erste Reaktion war natürlich erstmal Onkel Google zu befragen: Dort konnte ich immerhin herausfinden, dass Zafrilla wohl ein weitaus günstigeres Generikum zur Visanne ist, das seit dem ersten Januar auf dem Markt ist. Das Patent der Visanne ist wohl zum 1. Januar 2020 ausgelaufen und deshalb gibt es nun neue Anbieter. Da es erst Anfang Januar war, konnte ich aber natürlich noch keine Erfahrungen zur Zafrilla finden. Ich wollte dann aber wenigstens die Unterschiede in der Zusammensetzung zwischen Visanne und Zafrilla herauszufinden. Das stellte sich aber als quasi unmöglich dar, trotz langer Recherche.

Es liegt an den Krankenkassen

Zusätzlich hab ich mich aber auch einfach sehr darüber geärgert, dass es niemand für nötig befunden hat, mich darüber aufzuklären, dass mir ein anderes Medikament als das von meinem Rezept bestellt wurde. Generikum hin oder her. Ich hab also einfach in der Apotheke nochmal angerufen, sauer wie ich war, und mich beschwert, dass ich das unmöglich finde. Mir wurde dann erklärt, dass die Zafrilla automatisch statt der Visanne im System vorgeschlagen wird. Das liegt wohl daran, dass Krankenkassen natürlich lieber knapp 60 Euro für die Zafrilla übernehmen, als das ungefähr Dreifache für die Visanne.

Trotzdem hätte man mich zumindest darüber aufklären müssen – finde ich. Und ganz ehrlich, irgendwie wollte ich da auch nicht experimentieren bei einem Medikament, was ich eh nur sechs Monate nehmen soll und sowieso nur zweimal bekomme. Da nehm ich doch nicht in der einen Hälfte das eine und in der anderen Hälfte das andere, Generikum hin oder her, dabei hab ich mich einfach nicht wohlgefühlt. Am Ende hab ich am Telefon auf die Visanne bestanden, was dann erstaunlicherweise auch kein Problem war und von meiner Krankenkasse auch trotzdem bezahlt wurde. 

Mein Fazit daraus ist: Guckt euch eure Abholscheine nochmal genauer an, wenn ihr die Visanne verschrieben bekommt und die in der Apotheke holen wollt. Hätte ich Philip einfach damit losgeschickt, hätte ich wohl die Zafrilla bekommen, weil ihm das wahrscheinlich nicht aufgefallen wäre. Wahrscheinlich wäre das auch nicht super dramatisch gewesen, aber für mein Gefühl wollte ich da echt keinen Wechsel machen. Ich glaube, dass Ärzte auch irgendwas auf dem Rezept ankreuzen können, was ausschließt, dass man Generika in der Apotheke bekommt. Mir gehts hier auch eigentlich nur darum, dass ihr das zumindest schonmal gehört habt. So könnt ihr es dann vielleicht einfach vorher sagen, dass eure Ärzte so ein Kreuzchen machen sollen, wenn ihr das Medikament nicht wechseln wollt.

Mein nächstes Zwischenfazit zur Visanne

Nur vier Wochen sind seit dem letzten Beitrag zum Thema Erfahrungen mit der Visanne vergangen. Trotzdem hab ich offensichtlich ja schon wieder unglaublich viel zu erzählen gehabt. Wer hätte das gedacht. Ich definitiv nicht, denn ich dachte, dass ich erst wieder über meine Erfahrungen mit der Visanne schreibe, wenn meine sechs Monate damit rum sind. Das zeigt aber natürlich nur nochmal wieder das, was ich im letzten Beitrag dazu schon mehrfach gesagt habe: Hormone brauchen eine ganz lange Zeit, bis sich der Körper daran wirklich gewöhnt hat.

Manche Nebenwirkungen kommen sofort und gehen dann wieder, manche kommen später und gehen wieder, manche gehen überhaupt nicht, aber manche kommen eben auch nicht. Es ist bei jedem so individuell, dass ich wieder nur sagen kann, ihr solltet es einfach für euch selber probieren. Lasst euch nicht zu sehr von den Horrorgeschichten anderer beeinflussen, wenn es um Erfahrungen mit der Visanne geht. Macht eure eigenen, gebt dem ganzen einfach etwas Zeit, damit ihr und auch euer Körper sich daran gewöhnen kann. Vielleicht macht ihr ja auch einfach gute Erfahrungen mit der Visanne und sie funktioniert gut und ohne Probleme für euch.

Es bleibt mal wieder spannend

Am Ende bin ich auch immer noch der Meinung, dass ich persönlich die Visanne „ganz gut“ vertrage. Die Geschichte mit der Blutung macht mir natürlich irgendwie nochmal etwas mehr Sorgen. Vor allem natürlich vor dem Hintergrund meines letzten Arztbesuches und dessen Ergebnis, dass meine Endometriosezyste schon wieder voll am Start ist. Aber die ganzen anderen Dinge darum herum sind in Ordnung. Sie sind natürlich nicht der Hammer, das wirklich nicht. Aber sie sind auf jeden Fall aushaltbar und auf keinen Fall Grund genug für mich, mit der Visanne wieder aufzuhören. Vor allem, wenn man überlegt, was vorher, ohne die Visanne, bei mir so alles abging.

Es bleibt also mal wieder spannend, wie sich das alles weiterentwickeln wird in den nächsten Wochen. Vielleicht habe ich ja in vier Wochen schon wieder das nächste Update, weil nochmal neue Erfahrungen mit der Visanne dazu gekommen sind – wer weiß das schon. Vielleicht passiert aber auch einfach erstmal nichts weiter und es bleibt bei dem Stand, den wir grade haben. Warten wir es mal ab…

Wenn ihr Fragen, Feedback oder Anmerkungen zu meinen Erfahrungen mit der Visanne habt, dann schreibt mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht!

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