Die Zeit bis zu meiner Endometriose Operation

Das Bild zeigt mich mit bedrücktem Gesicht in der Zeit bis zu meiner Endometriose-Operation.

Meine Nerven liegen absolut blank, was soll denn noch passieren? Wenn die Endometriose Operation jetzt nicht stattfinden kann, weil ich krank werde, krieg ich glaub ich einen Nervenzusammenbruch…

Das Bild zeigt mich mit bedrücktem Gesicht in der Zeit bis zu meiner Endometriose-Operation.

Achtung, das ist der vierte Teil meiner Endometriose Geschichte – wollt ihr erst den Beitrag über mein OP-Vorgespräch lesen oder ganz am Anfang meiner Geschichte beginnen?

Die Ernüchterung über meinen OP-Termin hat mir übel mitgespielt, da will ich ganz ehrlich sein. So übel, dass ich in meiner Verzweiflung sogar kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt habe, mich noch in einer anderen Klinik vorzustellen. Einige Tage hab ich darüber nachgedacht, Facebook-Gruppen durchforstet und mich mit Leuten ausgetauscht, die auch aus Hannover und Umgebung kommen und gefragt, wo die  sich haben operieren lassen.

Ganz realistisch betrachtet hätte das Vorstellen in einer anderen Klinik aber absolut keinen Unterschied gemacht. Spezialisierte Ärzte und freie Termine gibt es halt leider nicht wie Sand am Meer und schneller wäre es woanders wohl auch nicht gegangen. Daher hab ich das am Ende auch nicht wirklich gemacht. Es hat aber einige Tage gedauert, bis ich das selber wieder klar und deutlich erkennen konnte. An dieser Stelle geht übrigens mal ganz kurz ein dickes Dankeschön raus an Sarah, die einen großen Teil zu dieser Erkenntnis beigetragen hat.

Immer weiter geht’s bergab

In den acht Wochen bis zur Endometriose Operation geht es körperlich nur noch bergab. Die Schmerzen werden immer schlimmer. Dazu kommt meine Schonhaltung, die ich unbewusst jeden Tag einnehme. Sie führt dazu, dass ich extreme Verspannungen auf der gesamten rechten Körperhälfte bekomme – und ich meine wirklich extrem. Meine Nacken- und Halsmuskulatur ist steinhart, kaum mehr beweglich und ich bekomme immer wieder ein Gefühl der Atemnot, weil alles so verkrampft ist. Obendrauf kommen davon auch fiese Kopfschmerzen. Mein unterer Rücken ist übrigens nicht besser, alles tut nur noch weh. Meine Hüfte blockiert irgendwann dann auch komplett, was mir über die Oberschenkel bis in die Füße zieht. Ich fühl mich wie ein absolutes Wrack.

Aber nicht nur körperlich sondern auch psychisch geht mir das alles langsam wirklich an die Substanz. Meine Nerven sind nach so vielen Wochen langsam zum Zerreißen angespannt. Ich philosophiere auch oft darüber, was wohl bei der Endometriose Operation gefunden wird. Bisher sicher ist ja nur, dass ich eine Zyste im Eierstock habe, alles andere ist nur Spekulation. Vielleicht ist es ja gar keine Endometriose… diesen Gedanken habe ich zwar, aber ich weiß auch, dass das natürlich eher unwahrscheinlich ist. Vor allem, wenn man es ganz nüchtern statistisch betrachtet. 

Fragen über Fragen

Je länger ich aber so über meine geplante Endometriose Operation nachdenke, desto mehr Fragen brennen mir unter den Nägeln, die ich im Vorgespräch nicht gestellt habe. Ich entscheide mich dafür, nochmal in der Klinik anzurufen, um mir meine wichtigsten Fragen beantworten zu lassen.

Wie lange die Operation dauern wird, ist das erste, was ich wissen möchte. Mit ungefähr zwei Stunden soll ich rechnen, wenn nichts komplett Unerwartetes gefunden wird. Zwei Stunden ist ganz schön lange, irgendwie dachte ich, die Operation würde kürzer sein. Wie lange ich keinen Sport machen darf, interessiert mich natürlich auch. Zwei Wochen auf gar keinen Fall, wird mir gesagt, danach muss ich schauen, wie es mir geht. Das stimmt mich positiv, ich hatte mit deutlich länger gerechnet. Zuletzt frage ich noch nach der Adenomyose, die meine Frauenärztin vermutet. Die würde man in der Endometriose Operation erkennen können, wird mir gesagt. Nach dem Telefonat geht’s mir irgendwie besser, weil ich das Gefühl habe, nicht mehr ganz so viele Fragezeichen im Kopf zu haben.

Jetzt bloß nicht mehr krank werden!

Ungefähr zwei Wochen vor meiner Endometriose Operation bemerke ich auf einmal, dass ich meine Blase nicht mehr richtig entleeren kann. Ich bekomme Panik, weil ich nicht weiß, wo das jetzt auf einmal noch herkommt und wieso. Meine Google-Suche ergibt, dass sich das Harnverhalt nennt und man das im Zuge von Blasenentzündungen bekommen kann. Wann ich das letzte Mal eine Blasenentzündung gehabt habe, weiß ich nicht mehr, weil es schon so lange her ist. Das hat sich auch immer anders angefühlt und es wäre jetzt wohl wirklich ein schlechter Zufall, oder? Das kann ja wohl nicht sein, so kurz vor der Operation. Oder doch? Weil ich nicht so richtig weiß, was ich jetzt tun soll und ob das die Operation beeinflussen würde, rufe ich in der operierenden Klinik an und frage nach. Dort wird mir gesagt, es würde wie eine Blasenentzündung klingen, ich solle mich umgehend bei meiner Gynäkologin durchchecken lassen. Super. 

Ich rufe also bei meiner Gynäkologin an, schildere erneut meine Problematik. Klingt nach Blasenentzündung wird mir wieder gesagt. Ich selber glaub das aber nicht, das fühlt sich doch anders an. Ich werde gefragt, ob ich einen Hausarzt in Hannover hätte, zu dem ich gehen könnte, es wären keine Termine frei. Hab ich nicht, ich geh eigentlich nie zum Arzt, weil ich nie krank bin. Ich bitte mit Nachdruck um einen Termin, am besten noch heute, denn langsam erreicht mein Stresslevel wirklich einen neuen Höhepunkt. Die Praxis macht es möglich, ich werde dazwischengeschoben. 

Kann meine Endometriose Operation stattfinden?

Nervös sitze ich im Wartezimmer. Was mache ich bloß, wenn es jetzt doch eine Blasenentzündung ist? Kann ich dann überhaupt operiert werden? Ich bin echt gestresst. Als ich aufgerufen werde, muss ich eine Urinprobe abgeben, bevor ich ins Untersuchungszimmer geschickt werde. Meine Gynäkologin guckt sich die Werte an und – Überraschung – ich hab natürlich keine Blasenentzündung. Immerhin hat mich mein Bauchgefühl nicht im Stich gelassen. Aber was ist es dann?

Sie macht einen Ultraschall und schaut sich meine Blase an. Sieht soweit normal aus. Was ihr allerdings auffällt ist eine knapp zweieinhalb Zentimeter große Fläche neben der Blase. Entweder ist das mein Eisprung oder eine kleine Zyste – das kann man nicht so genau erkennen. Daher könnte der Harnverhalt aber kommen. Sie sagt mir, dass sich die Problematik von alleine beheben müsste. Für die Operation sei das nicht weiter schlimm, die kann wie geplant stattfinden. Mir fällt ein Stein vom Herzen, obwohl ich das Wort Zyste mittlerweile echt nicht mehr hören kann. 

Mein Stresslevel hat danach allerdings nur wenige Tage, um wieder klarzukommen. Dann kommt das Wochenende vor meiner Operation und ich bekomme das Gefühl, dass ich passend zur Jahreszeit jetzt auch noch krank werde. Meine Nerven liegen absolut blank, was soll denn noch passieren? Wenn die Endometriose Operation jetzt nicht stattfinden kann, weil ich Fieber bekomme, krieg ich glaub ich einen Nervenzusammenbruch. Ich trinke literweise Erkältungstee, lutsche Halstabletten, gönne mir Ruhe und messe gefühlt alle halbe Stunde Fieber. Zum Glück kann ich die anfliegende Erkältung damit im Keim ersticken, es bleibt bei ein paar Tagen leichtem Halskratzen, mehr passiert nicht. Meine Operation findet am 8. November wie geplant statt – Glück für mich, denn meine Nerven hätten alles andere glaub ich wirklich nicht mehr mitgemacht.

Lest jetzt gerne auch die Fortsetzung meiner Geschichte! Ihr könnt mir übrigens auch gerne bei Instagram folgen.

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