Ninas Endometriose Geschichte

Ninas Endometriose Geschichte

„Ich beschäftige mich viel damit, wo meine Ursachen liegen können und will verstehen, woher die ganzen Symptome kommen. Was ist mein Problem, dass mein Körper meine weiblichen Organe angegriffen hat?“

Ninas Endometriose Geschichte

Ganz kurz vorweg: Wer bist du eigentlich?

Hallo du Liebe, ich bin Nina Lehmann, 30, und komme aus Berlin. Ich habe selbst keine Kinder, bin aber Tante einer Nichte und bald auch eines Neffen. <3 

Ich habe seit vier Jahren einen tollen Partner, der mich bei allem unterstützt – ob Endometriose, Jobwechsel oder Auslandsaufenhalte. Bei Instagram findest du mich unter @ninasvenjalehmann, da gibts Infos rund um meine Ernährung und welche alternativen Heilmethoden mir so helfen schmerzfrei zu bleiben.   

Nun zu deiner Endometriose-Geschichte: Welche Symptome hattest du?

Periodenschmerzen hatte ich seitdem ich 14 Jahre alt war. Am Anfang wollte ich nur ins Bett und schlafen, aber zuhause bleiben durfte ich nicht. Also habe ich dann angefangen Schmerztabletten zu nehmen. Das erste Mal beim Frauenarzt war ich mit 17 und habe mir die Pille verschreiben lassen. Nach fünf Jahren bekam ich trotz Pille immer stärkere Regelschmerzen. Ich habe dann auch im Internet mal nachgelesen, was man dagegen machen könnte – eine Ernährungsumstellung hielt ich aber nicht für möglich. Drei Jahre später, mit 25, setzte ich dann die Pille ab. Ohne Rücksprache mit meiner Frauenärztin.

Ich bekam Haarausfall, Akne und noch stärkere Periodenschmerzen. Zum Glück ging es aber meiner Psyche mit dem Absetzen sehr viel besser, sodass die paar körperlichen Symptome mir nicht so viel ausmachten.

Zu dem Zeitpunkt war mein Körper durch jahrelange Pilleneinnahme, Schmerztabletten, Antibiotika, meinem Studium, Teilzeitjob und einer Ernährung voll mit Süßigkeiten und so gut wie keinem Gemüse total übersäuert. Mein Glück, dass mein Körper von sich aus keinen Alkohol oder Kaffee mochte.  

Ich hatte so gut wie immer Schmerzen beim Sex und kurz vor der Diagnose auch starke Blutungen unabhängig von meiner Periode. Ein Jahr vor meiner Diagnose bildete sich an meinem linken Eierstock eine Schokoladenzyste, die immer weiter gewachsen ist. Gleichzeitig hatte ich täglich Schmerzen im rechten Unterleib. Wegen der Zyste überwies mich meine Frauenärztin dann ins Krankenhaus. 

Später folgten weitere Diagnosen, ein Hormonsystem wie in den Wechseljahren, Leaky-Gut inklusive Gluten- und Laktoseunverträglichkeit und meine Schilddrüse hatte eine Unterfunktion, die sich durch Schilddrüsenhormone noch weiter verschlechtert hatte. 

Ich weiß nicht ob das alles war. Mittlerweile weiß ich, dass sich alles bedingt und alles auch wieder weggehen kann. 

Wann und wie wurde deine Endometriose dann diagnostiziert?

Vor drei Jahren. Durch eine ungefähr fünf Zentimeter große Zyste am Eierstock, wegen der ich nach drei bis vier Monaten Kontrolle eine Einweisung ins Krankenhaus bekommen habe. Im Wartezimmer des Krankenhauses fand ich schon ein Flyer zu Endometriose, mit dem mulmigen Gefühl, dass passt zu mir. Dann kam die Untersuchung, wo Durchwachsungen gefunden wurden. Mit einem OP-Termin ging ich heim. Fünf Monate später war ich nochmal in einem Endometriosezentrum, wo sie die Endometriose bestätigt haben.  

Wie oft wurdest du schon operiert und wie war das?

Ich habe mich gegen eine Operation entschieden und wollte gucken, ob und wie sich mein Zustand mit der richtigen Hilfe verbessert. Das hat so gut geklappt, nicht von heute auf morgen, aber über zwei Jahre, dass ich noch nicht operiert wurde. Die Endometriose sitzt außerdem an Stellen, wo Teile von anderen Organen mit entfernt werden müssten – das wollte ich auf keinen Fall.

Wie ist deine Endometriose ausgeprägt? Wo sitzt oder saß sie?

In dem Arztbrief steht: Rektovaginale Endometriose.

Da ich keine Operation hatte sind die anderen Orte nur die Vermutungen der Ärzte. Durch die rektovaginale Endometriose wird eine tiefinfiltrierte Endometriose vermutet, die mit dem Douglasraum zusammenhängt. Durch eine Tastuntersuchung wird auch ein Herd am Enddarm vermutet. Meine Osteopathin konnte außerdem Verwachsungen von dem Eierstock mit dem Bauchfell ertasten.

Wie gehst du jetzt mit deiner Endometriose um?

Ich achte auf meinen Zyklus und lebe ihn. Ich weiß, dass ich, wenn ich meine Periode bekomme, Ruhe brauche und keine Lust auf andere Menschen habe. Also leg ich mich hin, so wie es früher ganz normal war. Vor und um die Zeit meines eigentlichen Eisprungs bin ich voller Energie, kann anstrengenden Sport machen und bekomme auch für meine tollen Vorträge Komplimente. Durch die Pille wird der weibliche Zyklus ausgeschaltet und wir funktionieren wie Männer, jeden Tag gleich. 

Sonst arbeite ich mit Heilpraktikern und alternativen Ärzten an meiner Gesundheit, achte seit der Diagnose stark auf meine Ernährung, auf genügend Entspannung, aber auch drauf, dass ich regelmäßig Sport mache. 

Ich beschäftige mich viel damit, wo meine Ursachen liegen können und will verstehen, woher die ganzen Symptome kommen. Was ist mein Problem, dass mein Körper meine weiblichen Organe angegriffen hat? Ich will mich und meinen Körper wirklich akzeptieren lernen, denn wir alle fühlen uns voller Makel und vergessen dabei, dass andere meist nur unsere Schönheit sehen. 

Wie geht dein Umfeld mit deiner Endometriose um?

Das meiste bekommt mein Partner mit. Er ist im richtigen Moment in mein Leben gekommen, für mich war das Schicksal ihn zu treffen. Seine Familie hat tolle Erfahrungen mit alternativen Heilmethoden. So hat er mir grade kurz nach der Diagnose viel Mut gemacht den Weg zu gehen und mich bei allem unterstützt. Eine Darmsanierung zu zweit macht doch gleich viel mehr Spaß! Vor allem hat es mir gezeigt, dass auch Menschen, die wirklich fit und gesund sind, auf sich achten müssen, um auch gesund zu bleiben.  

Meine Familie ist einfach da, ich kann mit ihnen reden und sie akzeptieren all meine Experimente rund um meine Gesundheit. Der letzte Sommer war etwas schwer für sie, als ich drei Monate rohvegan gegessen und auch gefastet habe. So Experimente mache ich nicht immer allein, ich habe meistens jemanden an meiner Seite, der sich damit auskennt.

Auf der Arbeit habe ich nur Teile erzählt, zum Beispiel dass ich meine Ernährung umstellen muss, weil ich Probleme habe. Danach haben meine Kollegen viel Rücksicht genommen und wir sind extra oft zum Asiaten und nicht mehr zum Italiener gegangen. Wenn ich meine Periode bekommen hab, konnte ich einfach von zuhause arbeiten. 

Mache Freunde verstehen mich. Mit anderen bin ich auf einmal noch viel mehr auf einer Wellenlänge und mit anderen lebt man sich auseinander. Außerdem hab ich soo viele wundervolle Seelen mit aber vor allem auch ohne Endometriose seitdem kennengelernt, dass mir vor Freude die Tränen kommen, wenn ich daran denke.

Was würdest du jemandem mitgeben, der kurz vor seiner Operation steht oder frisch diagnostiziert wurde?

Wenn du nicht in akuter Lebensgefahr bist, überlege dir all die Änderungen der Lebensweise vor der Operation zu machen, die du eh danach machen müsstest. Geh zum Heilpraktiker, mach eine Darmsanierung. Achte auf deine Ernährung (Gluten, Zucker, Laktose). Schau, ob es dir dann besser geht, denn unser Körper will eigentlich nur heilen. Alles, was er macht, macht er nur, um uns zu helfen zu überleben! 

Zysten können beispielsweise entstehen, um unseren Blutzuckerspiegel konstant zu halten, wenn unsere Zellen langsam insulinresistent werden. 

Verstehe, das unser Körper nichts macht, um uns zu ärgern, sondern um uns zu retten! <3 

Und wenn du dich doch operieren lässt, schließe vor der Operation eine Zusatzversicherung für Heilpraktiker ab! Die bekommst du danach nicht mehr – falls doch, wird sie sehr teuer. 

Was möchtest du noch gerne einfach mal loswerden?

Meiner Meinung nach geht es nicht darum die Symptome auszuschalten, sondern die Ursache zu finden. Die Symptome sind unsere Wegweiser und verschwinden von allein, wenn die Ursache behoben ist. 

Eine halbes Jahr nach der Diagnose war meine Zyste weg, ich dachte bis vor zwei Tagen, dass es Glück war. Doch Zysten produzieren Testosteron, was unsere Zellen sensitiver für Insulin macht und uns vor Diabetes schützt, wenn wir über lange Zeit zu viel Stress hatten, dadurch mehr Zucker essen, Heißhunger bekommen und vieles mehr. Nach der Diagnose habe ich auf Gluten verzichtet und dadurch auch viel weniger Zucker und viel mehr Gemüse und Obst gegessen. Mein Körper hat mir das gedankt und hat die Zyste einfach nicht mehr gebraucht. Es war also kein Glück, genauso wie Periodenschmerzen haben kein Glück oder Pech ist. An allem kann man mit „Lifestyle“-Änderungen arbeiten. Und deshalb war es auch kein Glück, dass ich jetzt seit einem Jahr schmerzfrei bin. All meine Therapien haben meinem Körper wieder mehr in Balance gebracht. 

Ein wichtiges Thema wollte Nina gerne noch aufnehmen – nämlich das Thema Kinderwunsch!

Hast du einen Kinderwunsch? Wie gehst du damit um?

Als ich mich wieder daran erinnert habe, dass alles einen Sinn hat, dass es keine Zufälle gibt, habe ich angefangen zu akzeptieren, dass jetzt noch nicht der richtige Zeitpunkt für Kinder ist und wenn es nie klappt, auch das einen Grund haben wird. Den weiß ich jetzt noch nicht, aber später bestimmt.

Wenn mit meinem Körper alles in Ordnung ist, wenn er zurück in seiner Balance ist, dann wird er auch bereit für Kinder sein. Ansonsten fehlt ihm womöglich Energie, Nährstoffe oder etwas anderes, um ein Kind neun Monate im Körper wachsen zu lassen. 

Wenn du mehr infos über die Zusammenhänge in deinem Körper haben möchtest, wenn du herausfinden willst, wie deine schlechte Stimmung, Ängste oder Verdauungsprobleme mit der Endometriose zusammenhängen, würde ich mich freuen, wenn du mich in meiner Facebookgruppe besuchst! 🙂

Danke Nina!

Vielen Dank auch dir, liebe Nina – dafür, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast und uns einen Einblick gegeben hast, wie du mit deiner Endometriose umgehst! Danke auch dafür, dass du auf deinem Instagram-Account und in deiner Facebookgruppe so tolle Arbeit leistest und damit einen großen Teil beiträgst und so vielen hilfst!

Wenn ihr eure Endometriose Geschichte auch gerne erzählen möchtet, dann lasst es mich einfach wissen – egal, ob über das Kontaktformular oder Instagram!

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