Jennifers Endometriose Geschichte

Jennifers Endometriose Geschichte

„Dieses Jahr sei kein Termin für eine Bauchspiegelung frei. Außerdem wäre ich kein dringender Fall und es wäre ja nicht so schlimm, noch ein paar Monate länger zu warten und Schmerzen zu haben…“

Jennifers Endometriose Geschichte

Stell dich doch vorab einmal kurz vor!

Mein Name ist Jennifer, ich bin 23 Jahre alt und ich lebe im schönen Hannover. Auf Instagram heiße ich @jennifer.1603

Nun zu deiner Endometriose Geschichte: Welche Symptome hattest du? 

Rückblickend betrachtet hat das alles bereits in meiner Jugend angefangen. Ich hatte schon immer starke Schmerzen vor und während meiner Periode. Schmerzen, die ungefähr zwei Tage vor meiner Periode begonnen und in den Rücken und auch die Beine ausstrahlten. Irgendwann begann ich, die Pille einzunehmen, worunter die Beschwerden besser wurden, aber tatsächlich nie ganz weg waren. Im März 2020 setzte ich dann meine Pille ab. Meine Beschwerden wurden zunehmend schlechter und schlechter. Vor und während meiner Periode litt ich unter starken Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen und Schmerzen, welche in die Beine zogen. Teilweise kam auch Übelkeit hinzu. Irgendwann bemerkte ich auch unabhängig von meiner Periode starke Unterbauchschmerzen, welche irgendwann zu einem Dauerschmerz wurden. Die Dauerschmerzen wurden für mich irgendwann auch zu einer psychischen Belastung! 

Wann und wie wurde deine Endometriose dann diagnostiziert? 

Als ich nach dem Absetzen der Pille bemerkte, dass meine Schmerzen zunehmend schlechter wurden, stellte ich mich regelmäßig bei meiner Frauenärztin vor. Diese untersuchte mich und stellte per Ultraschall eigentlich immer freie Flüssigkeit in meinem Bauchraum fest. Sie sagte mir, dass dies wahrscheinlich durch eine geplatzte Ovarialzyste entstanden ist und ich daher starke Schmerzen habe. Unternommen wurde aber nie etwas. Ich fuhr also immer wieder nach Hause und war eigentlich genauso schlau wie vorher.

Nach etlichen Besuchen bei meiner Frauenärztin wurde dann der Verdacht auf Endometriose geäußert. Ziemlich schnell wurde mir mitgeteilt, dass man die Diagnose Endometriose nur durch eine Bauchspiegelung sichern kann. Ohne dass ich groß über eine Bauchspiegelung nachdenken konnte, hielt ich schon das Rezept für die Visanne in den Händen. Zu Hause angekommen konnte ich erst richtig darüber nachdenken. Ich war nicht einverstanden, täglich ein Medikament einzunehmen, wenn ich keine gesicherte Diagnose erhalten hatte.

Also stellte ich mich erneut bei meiner Frauenärztin vor und schilderte meine Bedenken. Sie teilte mir mit, dass die einzige Möglichkeit eine Bauchspiegelung ist und verwies mich an das Endometriosezentrum in Hannover. Ich stellte mich dort erstmals im April 2021 vor. Ich verließ das Zentrum mit einem Termin für die Bauchspiegelung. Ein paar Tage später erhielt ich ein Anruf, in dem mir erklärt wurde, dass mein Fall mit dem Oberarzt besprochen wurde und entschieden wurde, dass erstmal doch keine Bauchspiegelung durchgeführt wird. Die Ärztin riet mir zunächst zu einer Darmspiegelung. Diese ließ ich dann im Juni 2021 durchführen. Wie ich bereits vermutet hatte: ohne Befund!

Ich stellte mich im August also erneut im Endometriosezentrum vor. Diesmal war ich fest davon überzeugt, dass ich wieder einen Termin für die Bauchspiegelung erhalten würde. Falsch gedacht! Mir wurde von einem jungen Arzt mitgeteilt, dass dieses Jahr kein Termin für eine Bauchspiegelung frei wäre. Außerdem wäre ich kein dringender Fall und es wäre ja nicht so schlimm, noch ein paar Monate länger zu warten und Schmerzen zu haben. „Ich wäre ja schon daran gewöhnt.“ Ich war enttäuscht und fühlte mich unverstanden! 

Anschließend suchte ich selbstständig nach einem Arzt, welcher mich operieren würde. Ich wurde zum Glück schnell fündig und stellte mich dort im Herbst 2021 vor. Ich verließ die Praxis mit einem OP-Termin und war sehr erleichtert. Meine Diagnose erhielt ich im Februar 2022. 

Wie oft wurdest du schon operiert und wie war das? 

Am 23. Februar 2022 fand meine erste Bauchspiegelung statt. Diese wurde in einem ambulanten Operationszentrum durchgeführt. Ich hatte einen Termin um 10:30 Uhr. Tatsächlich hatte ich keine Angst vor dem eigentlichen Eingriff, sondern nur vor der Diagnose beziehungsweise den anschließenden Schmerzen. Nach dem ich aus der Narkose aufwachte, kam der operierende Arzt zu mir und teilte mir mit, dass er eine leichte Endometriose gefunden hat.

Ich war geschockt, aber vor allem erleichtert. Mir lief zwar eine Träne die Wange runter, doch ich war glücklich, dass endlich der Grund für meine Beschwerden gefunden wurde. Um 13 Uhr konnte ich dann von meiner Begleitperson abgeholt werden. Nach der Operation hatte ich Schmerzen, diese waren jedoch wirklich auszuhalten und nicht so stark, wie ich befürchtet hatte. Das Aufstehen und Socken anziehen fiel mir die ersten zwei Tage nach der Operation schwer, sodass ich hierbei Hilfe benötigte. Die Beschwerden wurden nach ein paar Tagen deutlich besser und auch die blauen Flecken, welche ich nach der Bauchspiegelung hatte, gingen schnell weg. 

Wie ist deine Endometriose ausgeprägt? Wo sitzt oder saß sie? 

Ich habe glücklicherweise eine leichte Endometriose. Die Endometriose sitzt an der rechten und linken Beckenwand sowie in der Nähe meiner Blase. Der Arzt verzichtete auf die Entfernung der Herde, da diese zu nah an der Blase sitzen und er das Risiko von Komplikationen nicht eingehen wollte. 

Wie gehst du jetzt mit deiner Endometriose um? 

Ich habe die Hoffnung, dass ich die Beschwerden durch Medikamente in den Griff bekommen kann. Ich habe mich daher dazu entschieden, demnächst das Medikament Endovelle einzunehmen. 

Wie geht dein Umfeld mit deiner Endometriose um? 

Meine Verlobte, meine Freunde und auch meine Familie sind sehr verständnisvoll. Besonders meine Verlobte unterstützt mich, wo sie nur kann. Sie hört sich meine Ängste und Bedenken an und hilft mir sehr gut, mit der Diagnose umzugehen. Zu anderen Betroffenen habe ich noch keinen Kontakt. 

Was möchtest du noch gerne einmal loswerden? 

Hört auf euren Körper! Ich selbst wusste innerlich die ganze Zeit, dass irgendwas nicht stimmt und dass meine Schmerzen nicht normal sein können. Wenn ihr auch das Gefühl habt, dass die Beschwerden nicht normal sind, stellt euch beim Arzt vor und bleibt hartnäckig! 

Danke Jennifer!

Vielen Dank, dass du uns an deiner Endometriose Geschichte hast teilhaben lassen und dieser Krankheit ein weiteres Gesicht gegeben hast!

Wenn ihr eure Endometriose Geschichte auch gerne erzählen möchtet, dann lasst es mich einfach wissen. Egal, ob über das Kontaktformular oder Instagram!

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