Franziskas Endometriose Geschichte

Franziskas Endometriose Geschichte

„Wenn ich diesen Schmerz beschreiben muss, sage ich immer, dass es sich anfühlt wie Tausend Messerstiche und Stromschläge zugleich. Mir konnte kein Arzt sagen, woher der Schmerz kam…“

Franziskas Endometriose Geschichte

Stell dich doch vorab einmal kurz vor!

Hi, mein Name ist Franziska, ich bin 29 Jahre alt und arbeite als Küchenplanerin. 🙂

Auf Instagram findet ihr mich unter @fee1618.

Nun zu deiner Endometriose Geschichte: Welche Symptome hattest du? 

Als ich 16 war, wurde mir die Pille verschrieben. Während der gesamten Pilleneinnahme hatte ich immer eine schwache Periode ohne jegliche Schmerzen – ein Traum! 

Nach einigen Jahren habe ich mich aber dann das erste Mal so richtig mit den Hormonen beschäftigt, die ich Jahre lang zu mir nahm. Ich wusste, dass das auf Dauer nicht gut sein konnte, und setzte die Pille im Jahr 2016 ab. Nach dem Absetzen der Pille merkte ich dann, dass meine Depressionen und extremen Stimmungsschwankungen viel besser wurden. Ich war mir sicher, dass das Absetzen der Pille die richtige Entscheidung war. 

Ein paar Monate später ging es dann aber los …

Plötzlich war meine Periode sehr schmerzhaft, ich hatte Darmschmerzen, Schmerzen bei Toilettengängen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und extreme Schmerzen am rechten Eierstock.

An einem Tag war es so schlimm, dass ich mich minutenlang nicht bewegen konnte, als ich auf der Toilette saß. Der Schmerz saß in meinem rechten Unterbauch und zog sich durch mein ganzes Bein. Wenn ich diesen Schmerz beschreiben muss, sage ich immer, dass es sich anfühlt wie Tausend Messerstiche und Stromschläge zugleich. Ich landete beim Arzt mit Verdacht auf eine Blinddarmentzündung, welche nach den Untersuchungen aber ausgeschlossen werden konnte. Mir konnte kein Arzt sagen, woher der Schmerz kam. Schmerzhafte Monate vergingen, bis ich wieder entschied, zu meiner Frauenärztin zu gehen. Sie sagte mir in einem vorwurfsvollen Ton, ich solle wieder die Pille nehmen, dann würde es mir auch nicht so schlecht gehen. 

Da dies keine Lösung für mich war, lebte ich weiterhin mit den Schmerzen und nahm regelmäßig Schmerztabletten ein. 

Die Schmerzen wurden immer schlimmer und waren mittlerweile nicht nur während der Periode, sondern fast täglich da. 

Aufgrund der extremen Schmerzen im rechten Unterbauch konnte ich mich teilweise kaum bewegen und selbst normale Spaziergänge waren die Hölle. 

Mehrere Male landete ich wieder aufgrund des Verdachts auf eine Blinddarmentzündung beim Arzt oder im Krankenhaus. 

Häufig bekam ich zu hören, dass die Schmerzen bei einer Frau normal seien und ich einfach Schmerztabletten nehmen soll. 

Regelmäßige Arztbesuche, Untersuchungen und ein MRT im Jahr 2020 konnten mir auch nicht helfen. 

Wann und wie wurde deine Endometriose dann diagnostiziert?

2021 entschied ich mich, einen Termin bei einem neuen Frauenarzt zu machen. Ich habe mich das erste Mal verstanden gefühlt und dort fiel auch das erste Mal der Verdacht: Endometriose. 

Im Januar 2022 hatte ich dann meine Laparoskopie und Hysteroskopie und nach sechs schmerzvollen Jahren meine Diagnose: Endometriose Stadium 4.

Wie oft wurdest du schon operiert und wie war das?

Bislang war die Operation im Januar meine erste Operation. Die Operation war ambulant geplant und sollte schnell fertig sein. Nachdem ich aus der Narkose aufgewacht bin, wurde ich aber mit folgenden Worten begrüßt: Die Operation war aufwendiger als gedacht, du bleibst erstmal ein bis zwei Tage zur Überwachung im Krankenhaus. Auch Tage nach der Operation habe ich noch Tabletten gegen die Schmerzen genommen. Insgesamt war ich drei Wochen krankgeschrieben, da mein Körper länger gebraucht hat, als gedacht. 

Wie ist deine Endometriose ausgeprägt? Wo sitzt oder saß sie?

Ich habe Endometriose Stadium 4 mit tief infiltrierender Endometriose rechts. Aus beiden Eierstöcken mussten ungefähr drei Zentimeter große „Schokoladenzysten“ entfernt werden. Es wurden etliche Endometrioseherde gefunden unter anderem auch an der Blase. Zum Glück konnte bei der Operation alles entfernt werden. 

Wie gehst du jetzt mit deiner Endometriose um?

Nach der Operation war ich komischerweise erleichtert, jetzt endlich eine Diagnose zu haben. Mittlerweile habe ich sehr damit zu kämpfen, da die Schmerzen am rechten Eierstock schon wieder zurück sind. Mein Arzt sagte mir, dass ich jetzt wieder die Pille nehmen kann oder schwanger werden soll. Da beides für mich aktuell nicht in Frage kommt, versuche ich derzeit, meinen eigenen Weg zu finden, damit klarzukommen. Ich nehme aktuell Magnesium, CBD Tropfen und versuche Yoga. 

Wie geht dein Umfeld mit deiner Endometriose um?

Viele haben meine Beschwerden vor der Operation auf Stress geschoben oder mir gesagt, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Mittlerweile haben alle Verständnis für meine Situation und meine Mutter sagte letztens, dass ihr jetzt erst bewusst wird, was für Schmerzen ich die letzten Jahre durchgemacht habe. 

In meinem Freundeskreis war Endometriose bereits bekannt, sodass ich auch dort verstanden werde. Ich weiß, dass ich jederzeit auf meine Familie und Freunde zählen kann und unterstützt werde. 

Was würdest du jemandem mitgeben, der kurz vor seiner Operation steht oder frisch diagnostiziert wurde?

Ich habe mich vor der Operation bekloppt gemacht und habe daher die Videos von Lea auf Youtube geschaut, die mich etwas beruhigt haben. 🙂 

Ich habe vorher auch viel mit meiner Familie und meinen Freunden gesprochen und meine Gefühle rausgelassen, was auch mal gut tut. Letztendlich war die Operation dann halb so wild und ich bin trotz der Diagnose froh, die Operation gemacht zu haben! 

Und falls ihr frisch diagnostiziert wurdet: Gebt eurem Körper genug Zeit, sich wieder zu erholen. 🙂

Was möchtest du noch gerne einfach mal loswerden?

Ich möchte jedem raten, auf seinen eigenen Körper zu hören! Man selber kennt den eigenen Körper am besten und wenn man der Meinung ist, dass etwas nicht stimmt, sollte man sich nicht von Ärzten abwimmeln lassen. 

Ich wünsche jeder einzelnen Person, die mit dieser Krankheit zu kämpfen hat, nur das Beste! 🙂

Danke Franziska!

Vielen lieben Dank, liebe Franziska, dass du deine Endometriose Geschichte hier so offen und ehrlich auf meinem Blog geteilt hast und damit einen weiteren Teil zur Aufklärung über diese Krankheit beiträgst. Danke dafür! 🙂

Außerdem freue ich mich natürlich sehr, dass meine Youtube-Videos helfen konnten. 🙂

Wenn ihr eure Endometriose Geschichte auch gerne erzählen möchtet, dann lasst es mich einfach wissen. Egal, ob über das Kontaktformular oder Instagram!

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