Biancas Endometriose Geschichte

Biancas Endometriose Geschichte

„Ich war schon bei vielen verschiedenen Ärzten in Namibia und auch in Deutschland und jeder von ihnen meinte einfach nur zu mir, Periodenschmerzen und Unterleibsschmerzen seien normal…“

Biancas Endometriose Geschichte

Stell dich doch vorab einmal kurz vor!

Mein Name ist Bianca Pilchowski, ich bin 31 Jahre alt und auf Instagram findet man mich unter bianca_endosister_89. Aufgewachsen und geboren bin ich in Namibia, seit 2013 wohne ich aber im schönen München. 

Nun zu deiner Endometriose Geschichte: Welche Symptome hattest du?

Meine Periode fing damals 2001 an, genauer gesagt als ich zehn Jahre alt war, auf einen Sonntag. Ich war zuerst schockiert und meine Mutter meinte: „So, du wirst endlich erwachsen.“ Seit meiner ersten Periode hatte ich schon Schmerzen, aber es war mit einer Schmerztablette auszuhalten.

2003 ging es endlich für mich in die High School, Delta Secondary School Windhoek in Namibia, ich war öfter krank, hatte Magen-Darm-Grippe, und fehlte einmal im Monat wegen starken Regelschmerzen. Ich war schon bei vielen verschiedenen Ärzten in Namibia und auch in Deutschland und jeder von ihnen meinte einfach nur zu mir: „Periodenschmerzen und Unterleibsschmerzen sind normal!“

Ich wusste jedoch, dass etwas mit meiner Gesundheit  nicht stimmte, da ich auch unter Hashimoto, Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien leide. 2016 fing ich an mit der Pille. Ja, am Anfang hat die geholfen – bis Oktober 2017. Da ging es richtig los. Meine Frauenärztin damals in München verschrieb mir alle drei Monate eine andere Pille. Sie hatte bei mir eine Zyste diagnostiziert und meinte, die würde von alleine weggehen.

Außerdem litt ich seit Oktober 2017 unter Schulterschmerzen, Hitzewallungen, Heißhunger-Attacken in der Nacht und Schlafstörungen. Nun ging es für mich wieder nach Namibia für zwei Monate, im Dezember 2017, und dann kam wieder ein Pillenwechsel. Im Oktober 2018 wurde ich eines Morgens wach mit wehenartigen Regelschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Sofort bin ich zum Frauenarzt gefahren und er meinte noch immer, das sei normal so. Ich habe das akzeptiert und dann die Pille abgesetzt. 2019 war ich bei verschiedenen Frauenärzten und jeder meinte, ob ich Diabetes hätte. Nein, habe ich nicht. 

Nun zu meinen Symptome: Ich hatte jeden Monat wehenartige Regelschmerzen, so schlimm, dass ich fast in Ohmacht gefallen bin. Dazu Durchfall, Erbrechen und starke Rückenschmerzen, sodass ich nicht an meiner Teilausbildung teilnehmen konnte. Seid 2017 hatte ich außerdem immer wieder Schulterschmerzen.

Wann und wie wurde deine Endometriose dann diagnostiziert?

Nach vielen Jahren, also genau gesagt nach 20 Jahren, April 2021, war ich das erste Mal bei Dr. Professor Weißenbacher. Er ist mein Held! Endlich ein Arzt, der mir zugehört und mich ernst genommen hat. Bei der Ultraschall-Untersuchung stellte Dr. Professor Weißenbacher fest, dass ich wahrscheinlich Endometriose-Herde in der Gebärmutter habe. Ich zögerte nicht lange und wurde dann endlich am 7. Juni 2021 operiert.

Wie ist deine Endometriose ausgeprägt? Wo sitzt oder saß sie?

Meine Diagnose war Endometriose des Beckenperitoneums und Zwerchfellkuppe rechts, Adhäsionen des Peritoneums und ENZIAN P2-3 O0 T0 A1 B2 C1. 

Wie gehst du jetzt mit deiner Endometriose um?

Die Diagnose war ein Schock für mich, aber ich bin auch erleichtert, endlich zu wissen, dass ich mir das nicht eingebildet habe die ganzen Jahre. Obwohl meine Eltern weit weg sind, bin ich nicht alleine, denn ich habe meine Endosisters und meine Freunde, wofür ich jeden Tag dankbar bin. Ich werde jetzt auch auf jeden Fall meine Ernährung umstellen auf glutenfrei, histaminfrei und laktosefrei und noch mehr auf mich hören. Wegen der Pille bin ich noch am überlegen, wegen meinem Hashimoto.

Wie geht dein Umfeld mit deiner Endometriose um?

Meine Familie in Namibia ist erleichtert, dass mir endlich geholfen worden ist nach den vielen Jahren. Meine Freunde und einige Endometriose Betroffene sind mega stolz auf mich, wie ich das alles gemeistert habe. Außerdem unterstützen mich meine Freunde und meine Schule nach meiner Diagnose, wofür ich sehr dankbar bin.

Was würdest du jemandem mitgeben, der kurz vor seiner Operation steht oder frisch diagnostiziert wurde?

Sucht euch ein gutes Endometriose Zentrum und habt keine Angst vor der Operation – ihr seid nicht alleine!

Was möchtest du noch gerne einfach mal loswerden?

Bitte hört auf euren Körper, denn Periodenschmerzen sind nicht normal. Endometriose kommt selten alleine. Mein allergrößter Wunsch ist, dass es endlich in meinem Geburtsland, Namibia, auch ein Endometriose Zentrum gibt. Denn sehr viele Frauen oder junge Mädchen dort kennen die Krankheit gar nicht und ich möchte nicht dabei zu schauen, wie viele von ihnen leiden müssen. Zögert nicht lange und sucht euch einen guten Arzt in diesem Fachgebiet. Endometriose ist keine Krankheit, mit der man herumspielen sollte. Dankeschön und bleibt gesund! 

Danke Bianca!

Vielen Dank, liebe Bianca, dass du hier auf meinem Blog so offen und ehrlich seine Endometriose Geschichte mit uns geteilt hast. Damit hast du dieser Krankheit ein weiteres Gesicht gegeben – danke dafür!

Wenn ihr eure Endometriose Geschichte auch gerne erzählen möchtet, dann lasst es mich einfach wissen. Egal, ob über das Kontaktformular oder Instagram!

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