Die Endometriose Operation – 6 Tipps für euch

Mein Bauch frisch nach meiner Endometriose-Operation.

Einige Tipps habe ich selber so angewendet. Andere hingegen kannte ich vorher nicht – hätte ich rückblickend betrachtet aber gerne, denn sie hätten mein Leben wirklich erleichtert…

Mein Bauch frisch nach meiner Endometriose-Operation.

Da ich immer noch dabei bin, das Ergebnis meines letztens Arztbesuches zu verdauen, es für mich selbst zu sortieren und mich damit irgendwie zu arrangieren, schreibe ich heute mal nicht direkt über meine eigene Geschichte. Stattdessen möchte ich sechs Tipps rund um die Endometriose Operation mit euch teilen, die ich in der Zeit danach gesammelt habe. Einiges davon habe ich selber so gemacht, anderes hingegen wusste ich vorher nicht, hätte ich rückblickend aber gerne, denn es hätte mein Leben echt erleichtert. Natürlich sind das hier nur meine persönlichen Ideen, die mir gut getan haben, aber vielleicht hilft euch ja das ein oder andere auch.

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1. Denkt über eine Reha nach

Das möchte ich gleich als aller erstes sagen, denn eine Reha gehört zu den Dingen, an die ich wirklich überhaupt gar nicht gedacht habe. Ich wusste zwar irgendwie, dass man nach einer Endometriose Operation eine Reha beantragen kann. So richtig habe ich mich damit aber nicht auseinandergesetzt. Ich kann euch deshalb auch gar nichts über eine Reha und was da passiert erzählen, da ich keine gemacht habe. Richtig aufmerksam auf diese Möglichkeit wurde ich auch erst einige Zeit nach meiner Operation gemacht – von einer lieben Followerin, die auch von Endometriose betroffen ist. Die Ärzte sagen einem das wahrscheinlich einfach auch oft gar nicht, dass es diese Reha-Angebote gibt. Dabei denke ich, dass eine Reha nach so einer Endometriose Operation extrem hilfreich sein kann, sowohl physisch als auch psychisch.

Ich möchte euch hiermit auch eigentlich einfach nur dazu anregen, euch über die Möglichkeiten einer Reha zu informieren. Ihr könnt ja auch einfach mal eure Ärzte darauf ansprechen und danach fragen, wie genau das ablaufen würde. Bei meiner nächsten Operation werde ich es nämlich auch definitiv so machen, dass ich mich vorher darüber schlau lesen werde, was in einer Reha alles gemacht wird, welche Einrichtungen es gibt und wie genau man die eigentlich beantragen kann. Denn am Ende gibt es ja diese ganzen Angebote, sogar auf Endometriose spezialisiert. Also wieso sollte man nicht zumindest mal darüber nachdenken, die auch in Anspruch zu nehmen?

Falls ihr eine Reha gemacht habt, dann schreibt eure Erfahrungen doch gerne mal in die Kommentare. Mich würde das wirklich sehr interessieren! 

2. Denkt auch über Physiotherapie nach

Auch an das Thema Physiotherapie habe ich viel zu spät erst gedacht. Nach meiner Endometriose Operation habe ich mich ja erstmal nicht so viel bewegt und zusätzlich auch eine Schonhaltung eingenommen jeden Tag, die mir aber selber lange gar nicht bewusst geworden ist. Das Resultat daraus: Meine früher starke Rückenmuskulatur hat sich zu großen Teilen einfach abgebaut und das, was noch davon übrig ist, ist einfach dauerhaft verspannt und tut immer weh. Die Physiotherapie dagegen habe ich mir aber erst fast drei Monate nach meiner Endometriose Operation verschreiben lassen. Das war rückblickend wirklich zu spät, denn der Zustand meines Rückens ist jetzt einfach schon so schlecht, dass der Weg zur Besserung sehr lang, anstrengend und auch schmerzhaft ist.

Was ich damit sagen will: Seid euch einfach bewusst darüber, dass sich Muskeln schnell abbauen und verspannen können, wenn ihr euch nach einer Operation nur sehr wenig bewegt und länger keinen Sport macht. Versucht vielleicht darauf zu achten, ob ihr eine Schonhaltung einnehmt. Und wenn ihr das Gefühl habt, dass sich was an euren Muskeln verändert oder ihr Probleme mit Verspannungen und Schmerzen dadurch habt, die vorher nicht da waren, dann sprecht einfach mal mit euren Ärzten über Physiotherapie – eigentlich können das alle verschreiben. 

Meine Physiotherapie wurde mir übrigens von meiner Gynäkologin verschrieben bei meinem Termin drei Monate nach meiner Operation. Ich wünsche mir aber zurzeit wirklich, ich hätte schon bei der Operations-Nachsorge direkt danach gefragt. Bei meiner nächsten Operation werde ich mir die Physiotherapie auch definitiv sofort verschreiben lassen, damit ich gar nicht erst an dem Punkt ankomme, an dem ich gerade bin, und mir ständig alles wehtut, weil die Muskeln so extrem verspannt sind und ich das unterbewusst durch meine Schonhaltung auch noch fördere. 

3. Nehmt Kissen für die Rückfahrt nach der Operation mit

Wieso jetzt Kissen? Eine Autofahrt nach einer Bauchoperation kann echt fies sein, sei es durch den Anschnallgurt oder alleine durch das Ruckeln des Autos beim Fahren. Deshalb ist es einfach total sinnvoll, Kissen dabei zu haben – am besten gleich zwei. Einmal ein großes Kopfkissen zum Draufsetzen im Auto, das das Ruckeln abfedert und euch bequem und weich sitzen lässt. Dazu dann noch ein kleineres Kissen, was ihr euch zwischen den Bauch und den Gurt legt, damit der nicht auf eure frischen Wunden drückt oder daran reibt. Das ist übrigens etwas, was natürlich sowohl für eine ambulante Operation als auch eine Operation im Krankenhaus gilt. So oder so ist der Bauch ja unglaublich empfindlich danach und mit einfachen Kissen könnt ihr euch echt eine angenehmere Autofahrt nach Hause ermöglichen. 

Das ist übrigens einer dieser Tipps, den ich gerne vor meiner Endometriose Operation bekommen hätte. Denn ganz ehrlich – ich hab es nicht auf dem Schirm gehabt oder überhaupt darüber nachgedacht. Im Nachhinein hätte ich mir aber bestimmt ein bisschen Schmerz dadurch ersparen können. Ich hatte nach meiner Operation nämlich nur meine dicke Winterjacke. Die hat zwar immerhin einigermaßen den Gurt von meinem Bauch ferngehalten, aber am Ende war meine Autofahrt eben einfach nicht so angenehm, wie sie vielleicht hätte sein können, wenn ich vor allem ein weicheres Kissen zum Draufsitzen dabei gehabt hätte.

4. Bereitet euch auf die Schmerzen durch das Gas vor

Ach, diese blöden Schmerzen vom Gas. Die haben mir die ersten Tage nach meiner Operation echt mehr Probleme bereitet als die Schmerzen von der Operation selbst. Ich wusste aber zum Glück vorher, dass diese Schmerzen kommen werden und war deshalb vorbereitet. Das ist auch einfach ein ganz komischer Effekt, der da ausgelöst wird. Der Rest des Gases, mit dem der Bauch bei der Operation aufgepumpt wird, drückt nämlich auf das Zwerchfell. Das reizt dann den Schulternerv und das kann echt Schmerzen, vor allem in den Schultern, auslösen. Außerdem drückt das alles auch mal gerne auf die Lunge – ich konnte zeitweise dadurch wirklich nur schwer atmen. 

Das Gas und die damit einhergehenden Schmerzen verschwinden irgendwann nach der Operation. Was mir aber wirklich geholfen hat, um den Schmerz zumindest zu lindern, ist einfaches Gehen. Zwar klingt das irgendwie nicht unbedingt naheliegend, nach einer Bauchoperation und wenn man so richtig Schmerzen hat, durch die Gegend zu laufen, aber das kann wirklich Wunder wirken. Wenige Minuten am Tag – mehr ist meistens ja auch nicht drin – reichen da auch schon, um eine Besserung zu merken. Auch eine Wärmflasche auf dem Bauch oder kalte Waschlappen auf den Schultern sollen wohl bei der Schmerzlinderung helfen, das hab ich aber selber nicht probiert. 

Von mehreren Seiten wurde mir übrigens auch das Medikament Lefax aus der Apotheke empfohlen. Das soll den Körper auch beim Abbau des Gases unterstützen. Ich kann dazu aber auch nichts weiter sagen, da ich es selber nicht genommen und deshalb keine Erfahrungen damit habe.

Falls aber jemand von euch mit Medikamenten wie Lefax gegen das restliche Gas vorgegangen ist, dann schreibt das doch bitte auch mal in die Kommentare. Eure Erfahrungen damit interessieren mich ebenfalls sehr!

5. Pflegt eure Narben 

Auch das ist etwas, was man leicht vergisst oder einfach hinten anstellt. Wir haben alle von unseren Operationen meistens gleich mehrere Narben auf dem Bauch, die gepflegt werden können. Natürlich muss man das nicht machen, die Wunden heilen auch von alleine. Die bewusste Pflege der Narben kann aber gleich in mehrere Hinsicht gut tun.

Zunächst einmal dadurch, dass man einfach selber etwas zu seinem eigenen Heilungsprozess beiträgt. Weil ich jetzt auch schon öfter zu dem Thema befragt wurde, empfehle ich euch jetzt einfach mal ein Produkt für die Narbenpflege: Ich persönlich benutze sehr gerne das Narbengel von Bepanthen*. Damit habe ich schon früher einmal eine größere Narbe gepflegt, die man jetzt kaum noch sehen kann. Sobald die Wunden soweit geschlossen sind, kann man sie mit dem Gel eincremen. Mit dem Narbenroller zur Massage des Gewebes auf der anderen Seite der Tube soll man aber erst nach einem Monat anfangen. Ihr könnt natürlich auch andere Cremes oder Narbengele benutzen. Ich glaube, da gibt es eine ganze Bandbreite an Produkten, die die Heilung unterstützen sollen. 

Neben dem physischen Heilungsprozess kann die Pflege der eigenen Narben aber auch psychisch irgendwie gut tun. Das Eincremen führt nämlich dazu, dass man sich die Narben einfach oft anschaut. Dadurch setzt man sich dann auch sehr bewusst damit auseinander, dass sie jetzt da sind. Das kann den Effekt haben, einfach ein bisschen schneller ein bisschen mehr Akzeptanz dafür zu entwickeln. Vor allem, wenn es wahrscheinlich nicht die letzten Narben auf dem Bauch sein werden. Bei mir sieht es ja derzeit auch eher danach aus, dass ich über kurz oder lang noch einmal operiert werden muss. Leider ist das ja auch bei vielen anderen von Endometriose Betroffenen so, dass es nicht bei einer Operation bleibt. 

6. Gönnt euch etwas Schönes für die Operation

Zum Abschluss dann noch etwas, was vielleicht gar nicht so richtig als Tipp zählt, aber etwas ist, was mir echt was Positives gebracht hat. Das klingt auch erstmal komisch und ich hatte das auch gar nicht wirklich geplant, mir etwas Schönes für meine Endometriose Operation zu kaufen. Das ist einfach passiert und hat sich dann aber als sehr wertvoll entpuppt.

Gekommen ist das so: Ich habe einige Tage vor meiner Operation schon mal geschaut, welche Sachen ich so mitnehmen würde. Dabei habe ich festgestellt, dass ich irgendwie gar kein Nachthemd habe, das ich in der Klinik anziehen könnte. Ich sollte mir also wohl nochmal eins kaufen, bevor die Operation ansteht. Weil ich vorher keine Zeit hatte, bin ich erst einen Tag vor meiner Operation in die Stadt gegangen, um mir ein neues Nachthemd und, wenn ich ja eh schon unterwegs bin, auch gleich noch eine neue Jogginghose für meinen Operationstag zu kaufen. 

Das hat natürlich erstmal ganz wunderbar als Ablenkungsmanöver für meinen Kopf funktioniert. Gleichzeitig hat es dann sogar irgendwie auch noch was Schönes ausgelöst. Ich bin nämlich mehr als fündig geworden und habe mir gleich zwei Jogginghosen und zwei Nachthemden gegönnt, die ich total schön und unglaublich gemütlich finde. Dass ich etwas gefunden habe, worin ich mich wohlfühle, hat mich dann sehr glücklich und zufrieden gemacht. Das hat wiederum dazu geführt, dass ich mich total darauf gefreut habe, diese Sachen am nächsten Tag anzuziehen. Ich habe mir damit selber etwas geschaffen, was mich am Operationstag glücklich macht und worauf ich mich freue. Das Einkaufen hatte dann sogar auch noch den positiven Effekt, meinen Kopf daran zu hindern, nur noch über meine anstehende Endometriose Operation nachzudenken. 

Ich habe also einfach meinen Kopf ausgetrickst, um mich wenigstens ein kleines bisschen auf den Operationstag zu freuen. Eigentlich war das sogar ziemlich simpel, da ich mir ja „nur“ was Bequemes und Schönes zum Anziehen gekauft habe. Am Ende ist es wahrscheinlich auch total egal, worüber genau man sich freut – das müssen ja gar keine Klamotten sein. Es geht einfach darum, irgendwas zu haben, was euch am Tag eurer Endometriose Operation wenigstens ein kleines bisschen glücklich macht. Vielleicht muss es auch gar nicht für den Tag direkt sein, sondern etwas für die Zeit danach sein. Es soll ja einfach nur etwas da sein, worauf ihr euch freuen könnt, trotz der Endometriose Operation.

Dazu: Anna Wilken wurde einige Wochen nach mir auch operiert und hat sich vorher auch neue Sachen für ihren Krankenhausaufenthalt gekauft. Sie hat dazu erzählt, dass das wie eine Art kleines Ritual vor jeder Operation für sie ist. Das scheint also nicht nur bei mir zu funktionieren. Ich werde mir auch definitiv vornehmen, dass in Zukunft immer so zu machen, denn es hatte wirklich einen positiven Effekt. 

Habt ihr noch andere Tipps rund um die Endometriose Operation im Kopf? Dann würde ich mich freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren mit uns teilen würdet! 

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