Jasmins Endometriose Geschichte

Jasmins Endometriose Geschichte

„Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich mit der Endometriose umgehen soll. Mein Weg ist irgendwie schwierig, da ich nicht sicher weiß, ob ich meinen Job trotz der Endometriose ausüben kann oder nicht…“

Jasmins Endometriose Geschichte

Stell dich doch vorab einmal kurz vor!

Ich heiße Jasmin, bin 20 Jahre alt und wohne in der Nähe von München. Seit 2019 ist mein Verlobter an meiner Seite und eine große Hilfe und Unterstützung. Auf Instagram – @jasminkarinai.endorella – berichte ich von meinen Erfahrungen und versuche, über das Chamäleon der Frauenkrankheiten, die Endometriose, aufzuklären.

Nun zu deiner Endometriose Geschichte: Welche Symptome hattest du?

Meine Symptome sind sehr starke Regelschmerzen, teilweise wehenartig, Durchfall, Migräne sowie Schmerzen beim Wasserlassen, Stuhlgang und Geschlechtsverkehr.

Seit meiner ersten Periode im Jahr 2011 schlichen sich diese Symptome ein und ab November 2020 plagten mich dann schwere Symptome wie Ohnmacht, Durchfall, Migräne und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Aufgrund dieser Symptome erhielt ich von meiner Gynäkologin eine Überweisung in ein Endometriosenzentrum – gegebenenfalls mit Endometriosensanierung.

Wann und wie wurde deine Endometriose dann diagnostiziert?

Ich erhielt meine Diagnose durch eine Bauchspiegelung am 8. Januar 2021 und den histologischen Befund, der am 14. Januar 2021 den Verdacht auf Endometriose bestätigte.

Wie oft wurdest du schon operiert und wie war das?

Ich hatte am 7. Januar 2020 eine Blinddarmoperation und bereits damals hat der Chirurg Gewebe entnommen, weil er den Verdacht auf Endometriose hatte. Dieser wurde aber histologisch ausgeschlossen. Nach dieser Operation ging es mir schlecht, weil ich die Narkose nicht vertragen hatte und mich Kreislaufprobleme und allgemeine körperliche Schwäche begleitet haben.

Am 8. Januar 2021 hatte ich dann meine Bauchspiegelung mit Überprüfung der Durchgängigkeit der Eileiter. Aufgrund von Corona musste ich zwei Tage vor dem Operationstermin einen PCR-Abstrich machen und bis zur Operation häusliche und soziale Quarantäne halten.

Am Tag der Operation kam ich um 7:30 Uhr in die Privatklinik. Ich durfte nach der Anmeldung in mein Zimmer und erstmal meine Kleidung einräumen. Dann musste ich warten, bis die Krankenschwester mich zur Operation abholt. Das lange Warten hatte um 12:20 Uhr ein Ende. Um 14:30 bin ich wieder im Aufwachraum aufgewacht und war den restlichen Tag noch sehr benommen.

Am Abend habe ich mich mit einer Krankenschwester gemeinsam ins Bad getraut – mein Gang war ziemlich wackelig, aber es ging. Meine Medikation war alle sechs bis acht Stunden Ibuprofen 600 und ab dem zweiten Tag alle zwei Stunden zwei Lefax Kautabletten, um die Luft aus dem Bauch zu bekommen. Ich hatte am Op-Tag und in den zwei Tagen danach starke Hals- und Schulterschmerzen.

Einen Tag nach der Operation kam mein Operateur und hat mir gesagt, dass die Operation gut verlaufen ist. Es wurden drei Gewebestücke vollständig entfernt. Am dritten Tag durfte ich vormittags dann nach Hause. Zu Hause angekommen bin ich erstmal duschen gegangen und habe mich danach ausgeruht. Es ging mir jeden Tag ein bisschen besser.

Auch wenn die Ärzte sagen, dass der Eingriff klein ist, empfinde ich das als einen „großen“ Eingriff. Nach der Operation hatte ich eine Blutung, ähnlich wie bei meiner Periode, diese war aber am dritten Tag auch vorbei. Aufgrund meiner körperlich anstrengenden Arbeit, ich mache eine Ausbildung in der Pflege, war ich den ganzen Januar lang noch krankgeschrieben.

Wie ist deine Endometriose ausgeprägt? Wo sitzt oder saß sie?

Bei mir war das Bauchfell des Beckens (Beckenperitoneums), die Beckenwände beidseitig und der Douglasraum von Endometriose betroffen. Laut dem OP-Bericht sind keine Restherde verblieben.

Wie gehst du jetzt mit deiner Endometriose um?

Ich habe die Hormonspirale, Kyleena, 2017 gelegt bekommen und bin seitdem sehr zufrieden. Die ersten zwei Jahre war ich sogar komplett periodenfrei. Seit der Trennung von meinem Exfreund 2019 habe ich allerdings regelmäßig starke Periodenblutungen.

Im Dezember habe ich mit CBD-Öl angefangen und kann euch das nur empfehlen. Es entspannt sehr und ich habe das CBD-Öl mit 15 Prozent Anteil, also 1.500 mg CBD. Falls ihr dazu mehr Informationen haben möchtet, schreibt mir gerne auf Instagram.

Ich nehme seit ein paar Tagen auch die Pille Verybel, vergleichbar mit Endovelle, mit dem Wirkstoff Dienogest in der Dosierung 2 mg. Zu aufkommenden Nebenwirkungen kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts sagen.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich mit der Endometriose umgehen soll. Vielleicht nenne ich die Endometriose meine kleine Schwester namens Chamäleon. Die Diagnose verarbeite ich im Moment noch, was auch ein Grund ist, weshalb ich diesen Beitrag hier verfasse.

Mein Weg ist zurzeit schwierig, da ich nicht weiß, ob ich meinen Job zu 100 Prozent ausüben kann oder nicht. Ich mache derzeit eine Ausbildung in der Pflege und habe schon Bedenken, ob ich diesen Beruf mit der Endometriose ausführen kann.

Wie geht dein Umfeld mit deiner Endometriose um?

Mein Partner geht mit der Krankheit besser um als ich. Meine größte Angst war es, keine Kinder bekommen zu können. Er hat mir zugehört, mich aufgebaut und gesagt, ich soll mir erst Gedanken machen, wenn der Arzt meine Unfruchtbarkeit bestätigt hat. Zudem hat mein Partner mich zur Klinik gebracht und mich auch wieder abgeholt.

Meine Freunde unterstützen mich und sind da, falls ich sie brauche. Bekannte haben mir nach meiner Operation viel geschrieben und mit mir gesprochen. Ich soll immer Bescheid sagen, wenn ich was brauche, und ich sei eine starke Kämpferin.

Meine Familie ist geteilter Meinung, einige haben Verständnis, der andere Teil sagt, ich übertreibe, weil ich jetzt nach der Operation drei Wochen krankgeschrieben wurde, aufgrund der starken körperlichen Arbeit. Die meisten sprechen aber ihren Respekt darüber aus, wie ich das alles schaffe, obwohl es innerlich in mir nicht so rosig aussieht, wie es scheinen mag.

Ich habe mir auch viele Berichte und Erfahrungen auf Youtube durchgelesen beziehungsweise angeschaut. Diese haben mir sehr geholfen und auch die Angst vor der Operation ein bisschen genommen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe auf Facebook hilft mir ebenfalls sehr. Wir sind wie eine Endo-Familie, jeder hilft, wo er kann, und das schätze ich sehr.

Was würdest du jemandem mitgeben, der kurz vor seiner Operation steht oder frisch diagnostiziert wurde?

Ich rate euch: Macht euch nicht verrückt. Nervös sein ist normal und dafür hat jeder Verständnis. Nach der Operation würde ich auf die Schmerzmittel nicht verzichten und euch raten, euch wirklich die Zeit zu nehmen, die euer Körper braucht. Ich würde nicht so viel nachlesen, welchen Grad eure Endometriose hat und was die schlimmsten Folgen der Krankheit sein könnten.

Ich kann euch auch empfehlen, die Operation nicht zu lange hinauszuzögern, sondern einfach zu machen – dann wisst ihr, was los ist beziehungsweise weshalb ihr eure Beschwerden habt. Falls euer Gynäkologe euch nicht glaubt oder euch andere Sachen unterstellt, wechselt den Gynäkologen und bleibt euch treu, denn ihr kennt euren Körper am besten.

Was möchtest du noch gerne einfach mal loswerden?

Ich finde, die Krankheit ist ein Mysterium. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, aber ich werde es wahrscheinlich mit der Zeit lernen. Bei mir halfen bei den akuten Schmerzen keine Schmerzmittel wie beispielsweise Ibuprofen 600, sondern nur Wärme mit meinem Wärmekissen. Für unterwegs benutze ich Thermacare Wärmeauflagen bei Regelschmerzen und teilweise verschafft mir auch ein Tens-Gerät Linderung.

Ich würde gerne wissen, wie ihr mit der Krankheit umgeht, falls ihr keine Kinder auf natürlichem Weg bekommen könnt, wie eure Schwangerschaft mit Endometriose verlief und welche Dinge man beachten soll.

Ich bedanke mich bei Lea, meine Geschichte mit euch teilen zu dürfen, und hoffe ihr könnt damit was anfangen. Falls ihr Fragen oder Antworten habt, schreibt mir gerne auf Instagram!

Danke Jasmin!

… und ich bedanke mich natürlich auch bei dir, liebe Jasmin, dass du deine Endometriose Geschichte so offen auf meinem Blog geteilt und damit dieser Krankheit ein weiteres Gesicht gegeben hast!

Wenn ihr eure Endometriose Geschichte auch gerne erzählen möchtet, dann lasst es mich einfach wissen. Egal, ob über das Kontaktformular oder Instagram!

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